Ein Rückblick auf den Kurs „Sakrales Kleid nähen“ im Hotel Sankt Leonhard

Manche Seminare hinterlassen mehr als schöne Erinnerungen – sie berühren etwas Tieferes. Genau so ein Seminar fand im Januar 2026 im Hotel Sankt Leonhard statt: ein besonderer Nähkurs, der weit über das Handwerkliche hinausging. Unter der einfühlsamen Anleitung der beiden Näherinnen Inga und Helena vom Verein „Tragbare Harmonien“, auch bekannt unter „Harmoniekleider“, tauchten die Teilnehmerinnen in die Welt des energetischen, bewussten Nähens ein.

Gerade der Januar erwies sich als eine besonders stimmige Zeit für diese Arbeit. Während die Natur draußen im Rückzug war, die Tage stiller und langsamer wurden, entstand im Hotel ein geschützter Raum der Einkehr. In einem Kreis von Frauen wurde eine uralte handwerkliche Tätigkeit wieder lebendig – das Nähen mit den Händen, im eigenen Rhythmus, verbunden mit innerer Präsenz. Der Winter lud ein, nach innen zu lauschen, Altes zu ordnen und Neues leise entstehen zu lassen – genau so, wie es beim Nähen eines sakralen Kleides geschieht.

Psychosomatische Selbsterfahrung

Im Laufe des Nähens zeigte sich, dass dieser Prozess fast wie eine psychosomatische Selbsterfahrung wirkt. Das Kleid ist am Ende ein wunderschönes Nebenprodukt – doch der eigentliche Schatz liegt in dem, was sich währenddessen zeigt.

Verliert man eine Nadel, darf man sich fragen: Wo verliere ich im Leben gerade mein Ziel oder meine Ausrichtung? Wird das Kleid im Brust- oder Herzraum zu eng, kann das eine Einladung sein, sich innerlich weiter zu öffnen und Raum zu schaffen. Entsteht ein Knoten im Faden, lohnt es sich innezuhalten: Woran habe ich gerade gedacht – war ich wirklich präsent im Hier und Jetzt?

Reinigung mit den vier Elementen

Schon der Beginn des Kurses machte deutlich: Hier geht es nicht um Mode, Tempo oder Perfektion. Bevor die erste Naht gesetzt wurde, wurde der Stoff achtsam vorbereitet – gereinigt mit den vier Elementen, begleitet von einer brennenden Kerze und einer klaren Intention. Jede Frau wählte bewusst, welche Qualität ihr Kleid tragen darf: reinigend, stärkend, aufbauend oder schützend.

Ein gemeinsamer Reigentanz, Erdung, Gesang und bewusste Verbindung öffneten den Raum. Das anschließende Nähen wurde zu einer meditativen Praxis – getragen von Stille, Liedern und einem tiefen Gefühl von Gemeinschaft.

Die Wirkung von Farben auf Körper und Geist

Auch die Farbkunde war ein wichtiger Bestandteil des Kurses. In einer Übung mit geschlossenen Augen erspürten die Teilnehmerinnen unterschiedliche Stofffarben. Erstaunlich klar und übereinstimmend wurden Qualitäten wahrgenommen: Weiß als hell und rein, Grün als erdend und beruhigend, Blau als tief und still. Diese Erfahrung war eine Einladung, aus dem Verstand auszusteigen und der eigenen Wahrnehmung und Intuition zu vertrauen.

Eine besondere Rolle spielte der rote Faden

Das erste Kleidungsstück der eigenen Kleidlinie – das erste Kleid oder die erste Bluse – wird traditionell mit einem roten Faden genäht. Er steht symbolisch für die Ahnenlinie, für das Getragen-Sein von all jenen, die vor uns waren, und für die Kraft, die wir an kommende Generationen weitergeben. Mit jedem Vernähen wurde bewusst gesprochen: für meine Ahnen, für mich, für die Zukunft.

Das sakrale Kleid selbst folgt besonderen Prinzipien

Es gibt keine Kreuznähte, keine Knoten, stattdessen Zwickel unter den Achseln, die Bewegungsfreiheit und Energiefluss unterstützen. Jeder Schnitt, jede Naht folgt einer inneren Ordnung – einer Weisheit, die älter ist als moderne Schnittmuster.

Handwerk, Spiritualität und Selbsterfahrung

Das Hotel Sankt Leonhard bot für diesen Kurs den idealen Rahmen. Die ruhige Atmosphäre, die Geborgenheit des Hauses und die natürliche Umgebung trugen diesen tiefgehenden Prozess auf besondere Weise. Viele Teilnehmerinnen gingen nicht nur mit einem selbst genähten Kleid nach Hause, sondern mit einem Gefühl von innerer Klarheit, Verbundenheit und einer Erinnerung an etwas Ursprüngliches.

Dieser Nähkurs war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, welche außergewöhnlichen, ganzheitlichen Seminare im Hotel Sankt Leonhard möglich sind – Seminare, die Handwerk, Spiritualität und Selbsterfahrung auf natürliche Weise verbinden und Menschen nachhaltig berühren.

Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft solche Räume zu öffnen und weitere Seminare zu ermöglichen, die Tiefe, Kreativität und gelebte Menschlichkeit miteinander verbinden.